Störmobil 2: Gest_Alten

Marius Kob &
Verena Goetz

Motel Kasernenplatz

Stationen: Tellplatz, Petersplatz, Rheinufer (Kaserne), Theodorsanlage, Halle Bahnhof SBB

Eintritt frei
Dauer: 60 Minuten

Wie aus der Zeit gefallene Geister stehen sie da – menschengrosse, aus Draht und Papier gefertigte Figuren. Mit ihren feinen und zerbrechlichen Gliedern erinnern sie an vergehende Körper, deren Skelett man bereits erahnen kann. Aus ihnen spricht es. Die Tonquelle ist auf den ersten Blick nicht erkennbar. Die Figuren sprechen mit Stimmen alter Menschen.

Sie erzählen von erreichten und nichterreichten Lebenszielen, von Wünschen, deren Erfüllung sie noch erhoffen oder die sie bereits auf das nächste Leben verschoben haben. Im stillen Zwiegespräch setzen sie sich mit dem Abschied vom Leben und der diesseitigen Welt auseinander – erkennen die Vergänglichkeit und rätseln über die Erlösung.

Die Figuren werden an öffentlichen Orten, die dem Puls des Zeitgeschehens zugeordnet werden, gebaut und aufgestellt, z.B. in Einkaufstrassen, vor Cafés und Schnellrestaurants, auf hochfrequentierten Strassen und Plätzen. Sie vertreten die Alten der Gesellschaft, die sich am Ende ihres Lebens aus dem Stadtbild und der Wahrnehmung der Öffentlichkeit zurückgezogen haben.

In Form der Figuren wirken sie in den Stadtraum hinein. Sie beobachten - unbewegt. Sie stören die Selbstverständlichkeit, mit der die gewohnte Umgebung ausgeblendet wird. Sie irritieren das Tempo, mit dem man sich durch den Alltag treibt.

Im Vorfeld des Festivals bauen Marius Kob und Verena Goetz an öffentlichen Plätzen in Basel lebensgrosse Figuren, die allesamt ältere Menschen darstellen. Bereits der Akt des gemeinsamen öffentlichen Erschaffens dieser Figuren öffnet einen Diskussionsraum zum Thema Altwerden in unserer Gesellschaft. Auf dem Festivalgelände werden die Figuren und ihre Geschichten im Einzelnen vorgestellt.

Bio
Marius Kob, Diplom-Figurenspieler, M.A., studierte von 2004-2009 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Schon während des Studiums hatte er Engagements an der Württembergischen Landesbühne Esslingen, am Theaterhaus Frankfurt und Gastspiele mit eigenen Figuren- und Straßentheaterproduktionen auf internationalen Festivals in Europa. Von 2009-2011 studierte er an der Hochschule der Künste Bern im Masterstudiengang Scenic Arts Practice. Seine letzten Projekte waren u.a. «Ghostcity» bei den Treibstoff Theatertagen in Basel (2011), «Reanimation» in Stuttgart (2011) und «Dr. Leo Löwenherz» in 2009.

Verena Goetz, 1978 in Hamburg geboren, schloss nach dem Abitur eine Friseurausbildung in Berlin-Kreuzberg ab. Nach der intensiven Auseinandersetzung mit Argentinischem Tangotanz, studierte sie an der Zürcher Hochschule der Künste Theaterpädagogik und schloss 2011 mit dem M.A. ab Während des Studiums entwickelte sie schon Stücke wie «Kick`08» und «Unentschide» in 2009. Zurzeit arbeitet sie als freischaffende Theaterpädagogin am Jungen Schauspielhaus Zürich, wo sie u.a. den Jugendclub leitet.
Credits
Von und mit: Marius Kob, Verena Goetz
Dank an alle beteiligten BaslerInnen

Mit freundlicher Unterstützung der Christoph Merian Stiftung